22
Feb
2026

Das Gute. Es gibt es noch!

Irgendwann ist auch der schönste Urlaub zu Ende und es ruft das Zuhause. Die Cote d'Azur verabschiedete uns mit einem Himmel, der in seiner Intensität an das Infinite Bleue von Yves Klein erinnerte.

Und weil im Kofferraum noch ein Fitzelchen Platz war, kehrten wir erneut beim Château MARAVENNE in La Londe an, für ein letztes Kistlein vom guten Réserve. Ich erntete Kopfschütteln vom Beifahrersitz,  schmunzelte jedoch und dachte mir, dass man nie weiß wann man es braucht und Vorräte sind immer gut.

Ein letztes, vor Butter triefendes, Croissant an der Aire de Manon des Sources, um den Abschied zu erleichtern.

Man konnte sagen "es lief". Mehr Verkehr kam erst auf, als die Massen von belgischen Skiurlaub-Heimkehrern die Autobahn fluteten. 
Dennoch lief alles zügig, was sicher auch an einer recht homogenen Geschwindigkeit liegt, die durch die 130er-Grenze vorgegeben ist.

In Lyon kleine Glücksmomente: Der Liter E10 für 1,54⁹ €. Wie lange ist das her? Nach 5 Stunden war Fahrerwechsel angesagt. Frau D übernahm und gelangte unfreiwillig zu dem Moment, den sie schon immer als ihren größten Angsttraum bezeichnete. Mitten auf der Autobahn, im dichten Verkehr, ein lauter Knall und ein Ziehen an der Lenkung! 
Vielleicht, weil sie diese Angstsituation in Gedanken schon oft durchgespielt hat, tat sie das einzig Richtige: Warnblinkanlage an, runter vom Gas und zügig eine breitere Notfallbucht ansteuern. Das Schlagen des platten Hinterrades war deutlich zu hören.

Reifenwechsel! Das können wir doch alle, oder?
Erst einmal den ganzen Kofferraum leeren und alles auf den Standstreifen stellen. Zum Glück waren die Wolken bei St. Amour noch ohne Regen. Aber ab sofort ist eine 5x5 m Plastikabdeckplane vom Malergeschäft  beim Ersatzrad. Dazugelernt!

Der Wagenheber, aus dem werksseitigen Bordwekzeug, erinnert eher an ein Spielzeug, aber es funktionierte. Mit meinem lädierten Bein war es eine echte Herausforderung.
Jetzt nur die Schrauben lösen. Von wegen. Die Winterreifen haben andere Schraubenköpfe als die Sommerreifen. Ende der Eigenreparatur.

Und da tauchte aus der Flut der Vorbeirauschenden, engelgleich, ein weißes, großes Servicefahrzeug mit Rundumwarnbeleuchtung der Autobahnbetreibergesellschaft APRR (Autoroute Paris Rhin Rhone) auf, sicherte nach hinten mit voller Warnbeflaggung den Verkehr und begutachtete den Schaden.

Er war auf der Fegendahrbahn unterwegs, hatte unseren Havaristen von dort aus entdeckt und bei der nächsten Ausfahrt gewendet.

Aprr1

Normalerweise dürfe er nur den Abschleppdienst rufen, aber da das Auto schon aufgebockt sei, könne er durchaus....
Im Grunde sind die Einsatzkräfte nicht für den Pannenservice da, sondern für den Strassenunterhalt und die Absicherung bei Unfällen und Baustellen.

Und er konnte! Und wie. Er hatte nämlich passendes Werkzeug. Memo für zuhause:  Neben der Plane auch einen Kreuzschlüssel kaufen und zum Ersatzrad packen.

Aber auch unserer orangener Helferengel musste heftig schinden, um die Schrauben zu lösen. Dennoch war bald das kleine Ersatzrad aufgezogen, wenngleich etwas luftarm. Wir wurden daher auch noch mit Geleitschutz (Orange- und Blaulicht) in Rückendeckung bis zur nächsten Raststätte mit Luftdruckstation eskortiert, wo er uns auch noch den Reifen auf die nötigen 4,2 Bar füllte.

Aprr2

Neben einem guten Danke in Euro, öffnete ich gerne den Karton Réserve. Er meinte wörtlich "Nehmen darf ich nichts, Sie bezahlen schließlich für die Autobahnnutzung, also sind wir für Sie da". Hut ab, diesen Berufsethos wünschte ich mir bei so manchem anderen Dienstleister.

Er solle Geld und Wein seiner Frau geben, parierte ich, weil sie ja schließlich so einen netten Mann habe. So ging es dann. Und beste Grüße an die Gemahlin!

Das Ersatzrad ist auf 80 km/h limitiert, verträgt aber bis 100. Die restlichen 430 Kilometer klemmten wir uns hinter Lastwagen und zuckelten heim.


Aprr3

Glück im Pech gehabt. Nichts weiter passierte, ausser, daß wir um eine gute Erfahrung reicher wurden: DAS GUTE, ES GIBT ES NOCH!


Mein täglich Leben gib mir heute





#APRR
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und es wird täglich besser

Kaum zu glauben

Nichts ist so absurd, dass es Gläubige nicht glaubten oder Beamte nicht täten. (Arno Schmidt)

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