Nachdenkliches

20
Dez
2025

Van Gogh und die Meteorologie - neue Erkenntnisse

Van Gogh kennt jedes Kind. Ich denke sein Name hat den Bekanntheitsgrad einer braunen Zuckerlimonade in rot-weißer Verpackung. Seis drum.

Eines von Van Goghs berühmten Bildern ist die Brücke bei Arles. Auch dieses Bild kennen die meisten. Beachten Sie aber das Bild etwas genauer, dann entdecken Sie links von der Zypresse eine etwas ungewöhnlich geformte Wolke. Fast unnatürlich in ihrer Form erinnert sie an ein zusammengeknülltes weißes Taschentuch. In der Tat hat diese Wolkenform daher auch ihren Namen. Bei Meteorologen heißt sie schlicht "le mouchoir froissé".

Wolke1

Erstmals wurde dies Wolkenform vom berühmten Wetterforscher Samuel Frederic Pleureton beobachtet. Anhand historischer Unterlagen wies der französische Meteorologe 1868 nach, dass diese spezielle Wolkenform höchstens 12 mal weltweit existiert. Diese Wolken lösen sich nicht auf, auch nicht bei größter Hitze, und wandern quasi mit der stratosphärischen Strömung um den Erdball.

Gut für Van Gogh, dass er just beim Durchzug eines dieser Exemplare sein Bild malte. Ich selbst hatte vor rund 15 Jahren das Glück eine dieser MOUCHOIR FROISSÉ zu fotografieren, als Sie in der Nähe unseres Hauses übers Rheintal zog. Eine von Zwölfen weltweit. Was für ein Zufall und ein Glück...

wolke2


Dinge gibts ....


Mein täglich Leben gib mir heute

24
Nov
2025

Es ist alles für etwas gut

Es dürfte ungefähr 30 Jahre her sein. Uns gegenüber wohnte ein gleichaltriges Ehepaar mit seinen zwei Kindern. Die unseren und die zwei von gegenüber strolchten draußen um den Block und wir Eltern saßen dann und wann abends zusammen. Ein Glas Wein, ein paar Knabbereien, etwas Geistiges und auch mal ein Rückfall in eigentlich vergangene Zigarillo-Zeiten.

Eines Morgens, beim Hochziehen der Rollläden, standen draußen ein Polizeiauto und ein Interventionsteam des DRK. Der Familienvater war Küchenleiter eines Caterers und musste immer sehr sehr früh losfahren. Auf der Schnellstraße wurde er von einem verbotenerweise überholenden, zugekifften, betrunkenen Party-Heimkehrer frontal erwischt. Späteres Hörensagen berichtet, dass die Helipiloten und Notärzte die Hoffnung zwar nicht aufgegeben hatten, aber dass die Chancen auf sein Überleben eher gegen Null gingen. Die angehängten Blutkonserven sickerten nahezu wirkungslos aus den zahllosen Wunden. Seine Brüche waren zahllos und einige Organe angerissen oder gequetscht.

Das hat geprägt. Wenige Wochen später ging ich als Neuling zur Blutspende, als Erstspender beim Roten Kreuz. Nochmal Wochen später ließ ich mich für die Knochenmarkspende typisieren bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspende Zentrale). Und noch ein wenig später füllte ich meinen Organspenderausweis aus.

Letze Woche war ich zur 42. Blutspende in meiner früheren Heimatgemeinde. Ein freundliches Heer von Ehrenamtlichen organisiert die Spende zwei Mal jährlich. Höflich und freundlich wird man empfangen und begleitet. Und obendrauf gibt es am Schluss noch einen Imbiss. Ein Lob dem Ehrenamt.

Blutspende-

Ja, ja, …ich höre schon wieder die ewigen Nörgler, wie sie sich warmlaufen. Das DRK treibt angeblich mit dem Blut einen Handel und verdient sich eine goldene Nase. Das ist ähnlich perfide und dumm, wie das Argument einem Bettler nichts zu geben, weil er sich davon eh nur Bier kaufen würde. Soll er doch! Gerne. Ich gönn mir auch mal was, und warum soll es einem armen Menschen nicht auch möglich gemacht werden, sich mal was zu gönnen, wo es sonst kaum fürs Nötigste reicht?

Ich lauf mich warm für die nächste Spende, denn die fünfzigste möchte ich schon recht bald erreichen. Und vielleicht schaffe ich es mit diesem Bericht, dass der eine oder andere sich aufrafft und selbst Blutspender wird, oder sich bei der DKMS typisieren läßt.

Der gute Schluß der Geschichte: Unser Nachbar hat alles überlebt, mit vielen OPs und Reha-Maßnahmen. Er hat inzwischen umgeschult, weil Kochen nicht mehr ging. Sie haben sich ein Haus gebaut und noch ein drittes Kind bekommen. So schön kann auch die übelste Geschichte enden.


Mein täglich Leben gib mir heute



Linkisches:

https://www.blutspende.de/

https://www.organspende-info.de/organspendeausweis-download-und-bestellen/?mtm_campaign=organspende-sea-2024-download&gad_source=1

https://www.dkms.de/registrieren

11
Okt
2025

Klassentreffen

Ich sitze, nach einem späten Frühstück, am abgeräumten Tisch und bin hin- und hergerissen. Schwanke zwischen 'warum hast du dich da bloß angemeldet?' und einer neugierigen Gespanntheit.

Einer hat es geschafft, unsere Gymnasiumsklasse, nach sage und staune 46 Jahren, zum ersten Mal zusammenzutrommeln. Danke Dir, Manfred!

Da hat man tagtäglich, damals sogar noch jeden zweiten Samstag, neben- und miteinander die Tage verbracht und dann 46 Jahre Stille. Da ist ein Wiedersehen fast so, als wenn man jemand nach dieser Zeit aus dem Knast abholt.

Wir haben nicht die volle Spielzeit miteinander verbracht. Zusammen mit 4 Weggefährten kam ich sitzenbleibenderweise erst in der 7. Klasse dazu. Im Laufe der 10. Klasse vereinbarte ich mit dem Rektor der Anstalt einen Aufgebungsvertrag: Wohlverhalten fürs letzte Jahr gegen Anschubhilfe und Ausstieg.

Klassentreffen

Aber was bewegt mich so an diesem Klassentreffen?
Kenne ich die noch? Was wissen wir noch voneinander? Zählen wir Hochzeiten, Scheidungen, Kinder, Enkel und Karrieren?
In 2 Stunden geht's los, und ich bin -zugegebermaßen- etwas aufgeregt.

Ein guter Weg wird sein: Ich laß es zu, und auf mich zukommen. Vielleicht gibt's den einen oder anderen Kontakt, über diesen Samstag hinaus?


Mein täglich Leben gib mir heute

25
Sep
2025

Sag NEIN

62 Jahre. Da läuft nicht mehr alles rund. Es knackt, knirscht und auch das Gehör hat sich verändert. Also mal zum HNO und einen Hörtest gemacht. Das Ergebnis trug mir die Ärztin mit
einer deutlich lauteren Stimme vor, als sie sie vor dem Test hatte.
Warum nur? Ich hörte sie doch klar und deutlich.

Ja, auch ohne Ärztin wusste ich, dass ich das Piepsen des Dampfgarers im Nebenzimmer nicht mehr wahrnahm. Zu hoch der Ton, als daß er gegen das Pfeifen des Tinnitus eine Chance gehabt hätte. Auch in manchen Besprechungen hörte ich zeitweise nicht alles, was der Referent vortrug.

Hoeren

Die nächste Station war der Hörgeräteakkustiker. Noch ein Test und dann ein Hörgerät 'zur Anprobe'. Es war von Anbeginn eine schwierige Beziehung zwischen DEM GERÄT und mir.

Aber trotz neuster Technik blieben Herd und Eierpiepser ungehört. Dafür plärrte mir plötzlich eine sintflutartige Welle von Geräuschen ins Gehör, die ich vorher gar nicht vermisst hatte.

Auch den Referenten verstand ich unter Hörgeräteeinfluß nicht deutlicher als vorher. Dafür verstand ich einen jungen Kollegen, der auf meine Frage "was hat er da vorne gerade gesagt" frank und frei erwiderte, daß er es auch nicht verstanden hat. Nur, ihm war es piepegal.

Da war sie also, die Lösung: Sag Nein! Lebe mit aushaltbaren Einschränkungen und sei zufrieden. Sicher wird es irgendwann Zeit für die technische Hilfe. Aber später. Irgendwann eben.

Und ganz nebenbei ist die Boomergeneration eine personenmächtige Kernzielgruppe mit ungeheurem Ertragspotential für die Anbieter 'altersunterstützende Hilfsmittel' wie Hörgeräte, Rollatoren, Treppenlifte, and so on.

Ein bisserl weniger ist vielleicht auch mehr. Und später ist hier auch mal besser. Inzwischen gibt's in jedem Städtchen nämlich mindestens einen Hörgeräteladen, auch wenn alles andere bereits längst dicht gemacht hat. Ich werde das Gefühl nicht los dass hier angeboten wird, und Nachfrage erzeugt.

Eines, vielleicht das Beste, zum Schluß: DAS GERÄT hatte auch einen unschlagbaren Vorteil. Weil es schick und technisch hochwertig war, konnte ich es via HandyApp steuern. Und auch über Spotify direkt ins Hörgerät Musik oder Podcasts übertragen. Man hatte sich schon in der Firma über mein lächelnd-zufriedenes Gesicht in manchen Besprechungen gewundert.

Bis irgendwann also. Aber für heute sag' ich NEIN danke.


Mein täglich Leben gib mir heute.
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Mein täglich Leben gib mir heute

und es wird täglich besser

Kaum zu glauben

Nichts ist so absurd, dass es Gläubige nicht glaubten oder Beamte nicht täten. (Arno Schmidt)

Linkisches

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